Düsseldorf: Die Wehrhahn - Linie startet

| Das Netz met Häzz: (Fast) alles neu in der Düsseldorfer Innenstadt

Die ursprünglich angedachte "Lang-Version" sollte im Süden an der Universität (Moorenstraße) beginnen und im Nordosten bis Staufenplatz geführt werden. Die nunmehr vollendete Strecke beginnt aber jeweils an einem "Zwangspunkt". Am Wehrhahn ist aufgrund der Kreuzung mit der KBS 415 und des noch darunter liegenden Tiefgleises nur eine oberirdische Führung möglich. Am Bilker Bahnhof verzweigen sich die Linien zur Universität und nach Volmerswerth. Der Tunnel wird von 4 Linien befahren, wobei die Linien U72, U73 und U83 das bisherige Linienbündel 703/712/713 im wesentlichen unverändert übernehmen. Neu ist hingegen die U71, die Derendorf über die verschlungenen Wege des Zooviertels mit Benrath verbindet. Die übrigen Linien der bisherigen "Altstadt-Strecke" 706 und 715 konnten nicht in die Wehrhahn-Linie integriert werden. Sie verkehren nunmehr über die wiederhergestellte Strecke Berliner Allee, wobei die "Circle-Line" 706 künftig nur noch einen 3/4 Kreis beschreibt und über eine neue Rechtsabbiege-Weiche über Graf-Adolf- Straße nach Hamm fährt. Auch auf weiteren Straßenbahn- und Buslinien wurden Linienäste getauscht. Endgültig Abschied nehmen heißt es allerdings vom "Jan-Wellem-Platz", dem für 3 Jahrzehnte zentralen ÖPNV-Verknüpfungspunkt in der Innenstadt. Dieser hatte schon mit Inbetriebnahme der U-Bahn-Strecke Heinrich-Heine-Allee - Hbf 1988 einen großen Teil seines Straßenbahnverkehrs eingebüßt. Als Platzanlage ist er seit Fertigstellung des "Kö-Bogens" ohnehin nicht mehr zu erkennen, mit Einstellung der Altstadt-Strecke wird nun auch der Haltestellenname aufgegeben, an der Stelle, wo früher einmal der "Tausendfüßler" stand, gibt es die neue Haltestelle "Schadowstraße". Also Rheinbahn: Viel Erfolg !


Kommentare

Kommentar von Karl Schotter |

Guten Tag,

diese PRO BAHN-Informationen sind rein linientechnischer Art.
Wo bleibt die Fahrgastperspektive?
Beispiele: Bisher hatte ich - aus Richtung Wehrhahn kommend - Verknüpfungen an der Pempelforter Straße und an der Jacobistraße, nun gibt es für die beiden Haltestellen eine einzige,die zwischen Baum und Borke liegt. In der Altstadt konnte ich direkt aussteigen, künftig soll ich mich aus der Minus-3-Ebene heraufwürgen. In der Friedrichstraße konnte ich beim Verlassen eines Geschäfts sehen, wann die nächste Bahn in Richtung Zentrum kommt, nun soll ich erst am Graf-Adolf-Platz um die Ecke gehen und dann warten viele, viele Stufen in den Keller auf mich.
Für den Regionalverkehr mögen Tunnelstrecken gerechtfertigt sein, der Nahverkehr wird damit im wahrsten Sinne des Wortes beerdigt. Nahverkehr lebt von der leichten und direkten Zugänglichkeit. Für mich als häufigen auswärtigen Besucher Düsseldorfs ist die Wehrhahn-Linie ein teurer Anschlag auf den umweltfreundlichen Straßenbahnverkehr, der eindeutig aus der Windschutzscheiben-Perspektive heraus geplant wurde. Karl Schotter


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