Erklärung von Enschede für Verbesserungen im grenzüberschreitenden Nahverkehr

| Symposium in Enschede informiert über grenzüberschreitende deutsch-niederländische Zusammenarbeit

Symposium in Enschede informiert über grenzüberschreitende deutsch-niederländische Zusammenarbeit

Die Schilderijengalerij der Museumfabriek Enschede bietet dem ÖPNV-Symposium „Over de grens zonder overstap / Über die Grenze ohne Umstieg“ einen noblen Rahmen für Diskussionen zur deutsch-niederländischen Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden ÖPNV. Aus beiden Ländern kommen insgesamt ca. 150 Gäste, Experten und politische Vertreter hier am 31. Oktober 2019 zusammen um konkrete Verbesserungen im Grenzverkehr zu erörtern. Mit gleich vier Vertretern ist der Fahrgastverband PRO BAHN hervorragend vertreten: Lothar Ebbers, Dirk Grenz, Hans-Joachim Janssen und Andreas Schröder machten sich auf dem Weg ins grenznahe Enschede um die Perspektive Nordrhein-Westfalens in die länderübergreifende Zusammenarbeit mit den niederländischen Partnern einzubringen. Noch immer, so zeigt ein Eingangsvortrag des Grenzinfopunktes, gibt es Grenzen in den Köpfen und Systemen, die sich im alltäglichen Reisen über die Grenze bemerkbar machen. Auch in der bereits 1958 gegründeten Euregio gilt dies insbesondere für den ÖPNV.

Doch Lösungen sind in Sicht, wie das Symposium deutlich macht. Neben den großen Fernverkehrsprojekten wie dem Berlin-Amsterdam Eurocity gibt es vielerlei regionale Initiativen und Ideen für den Grenzlandverkehr. Planungen der Euregio zur Verstärkung und Elektrifizierung der Verbindung Enschede-Münster sind in vollem Gange, denn die Kapazitätsgrenze auf der teils eingleisigen Strecke ist erreicht. Auch eine Durchbindung nach Zwolle ist in Überlegung.

Besondere Beachtung findet bei diesem Symposium der Busverkehr. Wie schwierig grenzüberschreitender Busverkehr im ländlichen Raum sein kann, wird bei einem Vortrag des privaten Bus-Traditionsunternehmens Levelink aus Meppen klar. Nicht Sprach- und Kulturbarrieren machen Probleme, sondern tarifliche Herausforderungen wie Fahrscheinanerkennung, bürokratische Hindernisse (z.B. Nachweispflichten) sowie allen voran Finanzierungsschwierigkeiten, da Aufgabenträger im Budget häufig Grenzgebiete vernachlässigen. Kontrollen an der Grenze sind zusätzliche Belastungen im täglichen Betrieb. Derweil zeigt die 1982 gegründete Buurtbusvereniging Haaksbergen wie das Angebot eines dichten Halbstundentaktes von „Bürgerbussen“ mit 5x täglichem Anschluss zu einem deutschen Bürgerbus in die Partnergemeinde Ahaus seit 2017 möglich ist.

In vier interaktiven Workshops diskutieren die Teilnehmer bilingual – jeder in seiner Sprache – tiefergehende Themen wie Konzessionen, Takte, Tarife und Barrierefreiheit. Die in den Workshops erarbeiteten Vorschläge gehen in eine ‚Erklärung von Enschede‘ ein, die stellvertretend für alle Grenzlandbewohner Verbesserungen für den ÖPNV fordert. Zum Abschluss des Symposiums spricht der Bürgermeister von Oldenzaal und betont: Wenn Wille, Macht und „Drang“ zusammen kommen, kann es gelingen den Euregio-Verkehr erfolgreich zu vernetzen.


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