NRW-Schienenprojekte hochgestuft

| Der Fahrgastverband PRO BAHN ist von der Anzahl der in den vordringlichen Bedarf aufgenommenen Schienenprojekte positiv überrascht.

Ankündigungen beim Potentiellen Bedarf lassen hoffen

Der Fahrgastverband PRO BAHN ist von der Anzahl der in den vordringlichen Bedarf aufgenommenen Schienenprojekte positiv überrascht. Für eine angemessene Bewertung der Projekte durch die Fachöffentlichkeit bedarf es nun der zügigen Bekanntgabe von Details. Das angekündigte Elektrifizierungsprogramm muss endlich konkretisiert werden und zukünftig müssen im Rahmen des Deutschland-Takts alle Verkehre auf der Schiene gemeinsam geplant und bewertet werden.

Eine ziemlich lange Liste hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dabeigehabt. Alles Projekte, die vom potentiellen Bedarf in den vordringlichen aufsteigen. Mehr als die Fahrgastvertreter vorher erwartet hatten. „Zusätzlich zu den im Wahlkampf schon durchgesickerten Projekten hatten wir eigentlich erwartet, dass man den Rest an einer Hand abzählen kann und am Schluss noch Finger übrighat,“ kommentiert Lukas Iffländer, stellvertretender Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN. Zur Bewertung fehlen aber noch Details. Bisher sind nur die Folien der gestrigen Präsentation online, die nur sehr grobe Informationen enthalten. „Unter Projekten wie ‚Fernbahntunnel Frankfurt‘, kann man sich sehr viel vorstellen, zur Bewertung braucht man klarere Infos. Da muss das Ministerium mal liefern,“ fordert Iffländer. Bisher ist auf der Website bvwp-projekte.de aber nur der alte Stand zu finden.

Mehrere Projekte wurden zwar erstmal abgelehnt, aber als Kandidaten für das Elektrifizierungsprogramm des Bundes eingestuft. Zu diesem fehlen aber bisher die wichtigsten Infos. „Es ist nicht klar, wann es kommt, wie viel Geld eingebracht werden soll und welche Aufnahmekriterien es an die Projekte stellt,“ beklagt Osteuropareferentin Anja Schmotz. „Auf den Strecken nach Görlitz wird es langsam peinlich. Polen elektrifiziert gerade bis zur Staatsgrenze, in Deutschland hat man noch keinen Plan wie es weitergehen soll. Selbst für das kleine Stück in den Görlitzer Bahnhof fehlt ein Konzept.“

Was die Fahrgastvertreter bereits am ersten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans kritisiert haben, wurde leider nur bei den Knotenprojekten Hamburg und Frankfurt behoben: Die Trennung in der Bewertung zwischen Fern- und Güterverkehr und dem Nahverkehr, für dessen Infrastruktur der Bund sich außerhalb der Knoten nicht zuständig fühlt. Viele der abgelehnten Projekte bringen ihren Effekt gerade für den Regionalverkehr, gerade auch grenzüberschreitend. „Dieser Webfehler des BVWP 2030 ist im Rahmen der Planungen zum Deutschland-Takt zu korrigieren“, fordert Iffländer.

"Für Nordrhein-Westfalen sind die Neuigkeiten aus Berlin bedeutend," stellt Andreas Schröder vom Landesverband NRW im Fahrgastverband fest. Mehrere regionale Projekte werden in den vordringlichen Bedarf hochgestuft werden. Der überwiegend zweigleisige Ausbau von Münster-Lünen ist für die perspektivische Erweiterung des RRX-Netzes bis nach Münster wichtig. Das Knotenprojekt Köln adressiert einen der großen Engpässe im NRW-Netz. Die Zweigleisigkeit von Dülken-Kaldenkirchen ist Voraussetzung für mehr internationale Verbindungen zwischen den Niederlanden und Deutschland.

Ansprechpartner für Medien

Fahrgastverband PRO BAHN e.V., Friedrichstraße 95, 10117 Berlin

Lukas Iffländer

Stellvertretender Vorsitzender

Bundesteam für Öffentlichkeits- und Medienarbeit

Tel: +49 176 66 82 28 86

lukas.ifflaender@pro-bahn.de

Karl-Peter Naumann

Ehrenvorsitzender

Bundesteam für Öffentlichkeits- und Medienarbeit

Tel.: + 49 172 26 73 78 4

k.naumann@pro-bahn.de


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