DB-Pläne für ICE/IC ohne Halt in OWL

| PRO BAHN protestiert gegen Verschlechterungen im Fernverkehr

Geht es nach den Plänen der DB, sollen den Bielefelder Hauptbahnhof zukünftig einige ICE ohne Halt passieren

(Willi Wächter) Die Planer vom Fernverkehr der Deutschen Bahn haben ihre Überlegungen für eine neue Fernverkehrsstruktur einmal wieder ohne Einbeziehung der Region OWL gemacht. "ICE- und EC-Halte im geografischen Gebiet zwischen Gütersloh und Minden mit positiver Wirtschaftskraft infrage zu stellen, ist ein Stück aus dem Tollhaus", erklärt Willi Wächter vom Fahrgastverband PRO BAHN.

Seit annähernd 20 Jahren hat die Mehrheit der ICE-Züge nach Berlin zum Ärger der Fahrgäste erhebliche Verspätungen. Dadurch wird als Folgewirkung der Nahverkehr auf den stark befahrenen Gleisen in Ostwestfalen drastisch durcheinander gewirbelt. Da ist es ein Schock für die Region neben Streichung von EC-Halten auch noch den ICE-Halt in Bielefeld zur Disposition zu stellen.

Einerseits wirbt die DB mit besonders umweltfreundlicher Reise im Fernverkehr, jedoch werden die Kunden durch solche Planungen geradezu auf das Auto vertrieben. Um Missverständnissen vorzubeugen: Schnellere Verbindungen werden in jedem Fall von PRO BAHN begrüßt, jedoch nicht zu Lasten des Nahverkehrs. DB-Planer und Politik hätten die langjährigen Forderungen nach einem Ausbau der Gleise zwischen Hamm und Hannover in die Tat umsetzen sollen, dann gäbe es jetzt Platz für weitere und pünktliche Zugverbindungen.

Ganz zeitnah wird PRO BAHN die Bundestagsabgeordneten aller Parteien in Ostwestfalen-Lippe auffordern, gegen die geplanten Streichungen zu protestieren bei gleichzeitiger Forderungen nach Verbesserung der Schieneninfrastruktur.


Kommentare

Kommentar von BahnNutzer |

Es ist natürlich immer schade, wenn man ein Angebot nutzt und dies so künftig nicht mehr zu bestehen droht. Anderseits kann ich es gut verstehen, wenn die Bahn sieht, dass es vor allem ihre Sprinter sind, die Renomee und Geld einspielen, sich dann gerade auch dort zu verstärken und Sprinter Köln/Düsseldorf-Berlin bieten gewiss Potential. Auch für eine schnellere europäische Verbindung Amsterdam-Berlin habe ich absolutes Verständnis. Bünde, Bad Oeynhausen und Minden brauchen gewiss keine umsteigefreie Verbindung nach Berlin oder Amsterdam. Anschlüsse in Hannover oder Osnabrück sollten an der Stelle auch attraktiv sein. Ich stimme Ihnen jedoch zu, dass Bielefeld unbedingt seinen Stundentakt nach Berlin und Rhein/Ruhr behalten sollte, auch um das Nahverkehrsangebot darauf auszurichten. Aufhänger der Meldung ist vermutlich der Zeitungsartikel vom Freitag in einer Lokalzeitung. Dabei bestehen meiner Ansicht nach schon länger Überlegungen durch die Taktknoten Hannover und Dortmund den Zugverkehr auf dieser Strecke langfristig neu zu ordnen.


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