ICE-Sprinter brauchen Gleiskapazitäten

| PRO BAHN fordert Ausbau der Schieneninfrastruktur

(Willi Wächter) Grundsätzlich wünscht sich der Fahrgastverband PRO BAHN OWL eine ICE-Sprinterverbindung mit Halt in Bielefeld. Nicht nur Bundestagsabgeordnete aus Ostwestfalen-Lippe begrüßen derartige komfortable und schnelle Verbindungen zwischen der Domstadt Köln und der Bundeshauptstadt Berlin, um den Plenarsaal rasch zu erreichen, sondern auch die große Anzahl von Reisenden fordert schnelle Züge.

Die Forderungen der FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler und Christian Sauter nach einem Halt des ICE-Superzuges ohne gleichzeitige Vergrößerung der Gleiskapazitäten auf dieser West-Ost-Verbindung führt zu einem Hemmschuh. Schon jetzt behindert der Regel-ICE mit seinen Verspätungen den Nahverkehr auf der gesamten Strecke. Zum Beispiel fahren zwischen Minden und Hannover auf nur einem Gleis je Richtung S-Bahn, Regionalexpress, IC- und EC-Züge, ICE und Güterverkehr. Das ist ein Flaschenhals besonderer Güte. Ohne Kapazitätsaufstockung führen hier weitere Verkehre zu gravierenden Rückstaus, denn seit der Inbetriebnahme der "Königlich Hannoverschen Eisenbahn" von 1847 hat sich an diesem Engpass nicht verändert.

Wie die Beispiele Stuttgart 21 und die Neubaustrecke der Deutschen Bahn von München nach Berlin zeigen, kann die Politik sehr wohl in das Geschehen der DB eingreifen und eine bestimmte Richtung vorgeben. Folglich sind die Bundestagsabgeordneten aller Parteien dazu aufgerufen, in einer konzertierten Aktionden seit langem geforderten Ausbau des Schienenstranges endlich vorrangig anzuschieben. Damit lassen sich auch jene Minuten gewinnen, die DB-Netz mit dem Bau des millionenschweren "Porta-Tunnels" erreichen möchte.

Der Tunnel hätte zur Folge, dass Minden vom Fernverkehr gänzlich abgehängt würde und das stößt beim Fahrgastverband auf strikte Ablehnung.


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